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     Letzte Aktualisierung: 21. 10. 18


Das Ende der 80er

Teil 2: Das Jahr 1989

Nach der Analyse der Musik aus dem Jahr 1988 war ich etwas pessimistisch, denn viel schien nicht mehr übrig zu sein von der typischen 80er Musik. Aber meine Beschäftigung mit dem Alben aus dem Jahr 1989 hat mich positiv überrascht. Es hat fast den Anschein, als ob sich eine ganze Reihe von Bands und Künstlern gesagt hätte: Save the best for last. Ja, ich habe den Eindruck, dass viele Musiker diesem Jahrzehnt einen würdigen Abschluss bereiten wollten. Für sie schien der Endspurt begonnen zu haben.
In diesem Zusammenhang steht für mich an erster Stelle der Sänger/Songwriter/Drummer/Schauspieler Phil Collins, der mit „But Seriously“ sein wahrscheinlich bestes Werk veröffentlicht hat. Es gibt wohl keinen Künstler, der enger mit den 80ern verbunden ist, als ihn.
Madonna: Like a prayer. Noch eine Ikone der 80er, die 1989 meiner Meinung nach ihr bestes Album (neben „True Blue“) ablieferte. Dank ihrer erstaunlichen Wandlungsfähigkeit überlebte sie die 80er im Gegensatz zu Phil Collins beinahe schadlos.
Elton John: Sleeping with the past. Eins seiner besseren 80er Alben. Mit Hits wie „Healing hands“ und „Sacrifice“.
Billy Joel: Stormfront. Nach dem (leicht) enttäuschenden „The Bridge“ zeigte sich Billy Joel hier wieder in Höchstform. Mit Hits wie „We didn't start the fire“, „Leningrad“ und „The Downeaster Alexa“.
Queen: The miracle. Platin auch in D. Vielleicht nicht der ganz große Queen-Klassiker, aber Songs wie „I want it all“, „The Miracle“ und „Breakthrough“ machen einfach Spaß.
Tears for Fears: The seeds of love. Für mich das letzte großartige Werk dieser Band, vielleicht ihr bestes überhaupt.
Alice Cooper: Trash. US-Platin, D-Gold. „Poison“ gehört zu den absoluten Rock-Klassikern.
Don Henley: The end of the innocence. Sein erfolgreichstes Album in den USA. Mit tollen Rockballaden: „The heart of the matter“, „New York Minute“ und „The end of the innocence“.
Simple Minds: Streetfighting years. Platin in D. Der Hit „Belfast child“ ist nur eine von mehreren Pop-Hymnen auf diesem denkwürdigen Album.
Cher: Heart of stone. Ihr erstes Album, das es in die deutschen Charts geschafft hat. 3x-US-Platin. Ihr Hit „If could turn back time“ ist eine tolle Rock-Pop-Hymne.
Richard Marx: Repeat offender. 4x-US-Platin. Sein größter Erfolg dank Songs wie „Right here waiting“.
Paul McCartney: Flowers in the dirt. Gold in D. Mit vielen Hits wie „My brave face“, „This one“, „Figure of eight“, „Put it there“ und dem faszinierenden „We got married“.
Tom Petty: Full moon fever. 5x-US-Platin. Hit: „I won't back down“ (Welch eine positive Botschaft!).
Fine Young Cannibals: The raw and the cooked. Mehrfach Platin in UK/US. Ihr zweites und gleichzeitig letztes Album, das mit Singles nicht gerade geizte: „She drives me crazy“, „Good thing“ u.v.m.
Simply Red: A new flame. Von „More“ und „Enough“ bekomme ich einfach nicht genug. Fast so gut wie ihr sensationelles Debüt-Album.
UB40: Labour of love II. Eine kleine Wiedergeburt erlebten sie mit ihrem Hit „Kingston town“.
Joe Cocker: One night of sin. Eine feste Größe in D, wo er mal wieder Gold bekommen hat.
Michael Bolton: Soul Provider. In den USA ein Riese (6mal Platin), in D kaum wahrgenommen, trotz „How am I supposed to live without you“. Ähnliches gilt für ...
Linda Ronstadt: Cry like a rainstorm, howl like the wind. Ihr Duett mit Aaron Neville „Don't know much“ dürfte auch einigen Leuten in D bekannt sein.
New Model Army: Thunder and consolation. Hits: Vagabonds. Stupid questions.
Marillion: Seasons end. Für das Jahrzehnt markierte dieses Album ein schönes Ende, für die Band einen vielversprechenden Neuanfang.

Mit (leichten) Abstrichen gilt das Motto „Save the best for last“ auch für diese Künstler und Bands:

Belinda Carlisle: Runaway horses. Zwar nicht so erfolgreich wie der Vorgänger „Heaven on earth“, aber genauso gut.
Eurythmics: We too are one. Letztes Album für eine lange Zeit. Das darauf folgende Album „Peace“ erschien interessanterweise wieder am Ende einer Dekade (1999).
Tina Turner: Foreign affair. In den USA nur noch Gold, aber in D Doppel-Platin, in UK sogar 5fach.
Stevie Nicks: The other side of the mirror. Ihr letztes US-Platin-Album, in vielen europäischen Ländern ihr erfolgreichstes Album. Hit: Rooms on fire.
The Cure: Disintegration. Einziges Gold-Album in D. Unvergessliche Single: Lullaby.
Melissa Etheridge: Brave and crazy. US-Platin-Album, in D Top Ten. Besonders schön: You can sleep while I drive.
Deacon Blue: When the world knows your name. Platz 56 in D, 2x-UK-Platin. Ihr letzter kommerzieller Erfolg. Hit: Real gone kid.
Then Jerico: Big area. Hit: Big area.
Runrig: Searchlight. Hit: Every river
Rush: Presto. Auch wenn es von der Band nicht besonders geschätzt wird: Presto IST großartig. Punkt.
Joe Jackson: Blaze of glory. Erreicht zwar nicht ganz die Klasse von "Night and day" (1982) und "Body and soul" (1984), aber Songs wie "Tomorrow's world", "Down to London", "Evil empire", "Nineteen forever" und "The human touch" zeigen ihn in Höchstform.
Mike Oldfield: Earth moving. eins von drei Nummer Eins Alben in D. Im Gegensatz zu fast allen andere Oldfield-Alben kommt es ganz ohne Instrumentals aus. Es ist sicherlich kein Kritikerliebling, aber für Freunde der 80er dürfte es ein Genuss sein.

Außerdem gab es einige vielversprechende Debüts ...

Bad English. Selbstbetiteltes Debüt-Album. Eine der besten AOR-Scheiben des Jahrzehnts. Mit John Waite an den Vocals und Songs wie „When I see you smile“. Leider gab es nur eine Fortsetzung (Backlash, 1991).
Giant: Last of the runaways. Auch für diese AOR-Band um den Gitarristen Dann Huff (u.a. für Michael Jackson) war schon nach dem zweiten Album Schluss. Leider.
Dream Theater: When dream and day unite.Die Prog-Metal-Legende begann tatsächlich schon in den 80ern.
Steve Lukather: Lukather. Der Toto-Gitarrist versucht es allein, konnte aber nicht an die Erfolge seiner Band anknüpfen.
Texas: Southside. UK-Gold, Platz 22 in D. Die Single „I don't want a lover“ war der Durchbruch für Sharleen Spiteri und ihre Männer. Zum Glück war dies erst der Anfang.
Gloria Estefan: Cuts both ways. Gold in D, 3x-US-Platin. Hits: u.a. Oye mi canto.
Lisa Stansfield: Affection. Hits: u.a. All around the world.
Alannah Myles: Selbstbetiteltes Debüt-Album. Platz 2 in D. Entpuppte sich als One-Hit-Wonder (Black velvet).
Neneh Cherry: Raw like Sushi. Platz 10 in D. Startete furious mit Hits wie „Buffalo stance“ und „Manchild“. Aber viel kam danach nicht mehr.

und Durchbrüche:

Del Amitri: Waking hours. UK-Platin. Hatten sie mit ihrem unvergesslichen Song „Nothing ever happens“ die 90er gemeint? Immerhin folgten noch einige klasse Alben von Del Amitri.
The B52's: Cosmic thing. Hits: Love shack, Roam.
Indigo Girls: Selbstbetitelt. 2x-US-Platin. Hit: Closer to fine.
Faith no more: The real thing. Hit: From out of nowhere.

Auch hier habe ich ein paar Geheimtipps bzw. leider zu Unrecht wenig beachtete Alben:

The Hooters: Zigzag. Songperlen wie „500 miles“ oder „Give the music back“ sind einfach untergegangen. Sehr schade.
Lou Gramm: Long hard look. Zweites Solo-Album des unvergleichlichen Foreigner-Sängers.
Julian Dawson: Luckiest man in the western world. Der ewige Geheimtipp trotz wunderbarer Songs wie „Cover to cover“ und „Where are all the lonely girls“.
Tim Finn: Selbstbetitelt. Bruder von Neil Finn (Crowded House). In seiner australischen Heimat ist er eine Berühmtheit. Dort wurden sogar vier (klasse) Singles veröffentlicht, u.a. "How'm I gonna sleep".
Stephen Bishop: Bowling in Paris. Unterstützt wurde dieser Singer/Songwriter u.a. von Phil Collins, Sting und Eric Clapton. Geholfen hat es leider nicht.
Cock Robin: First love last rites. Nicht mehr so melodisch wie die beiden Vorgänger, aber mit einem superben Sound.
Pete Townshend: The Iron Man. Ein überwiegend schönes, abwechslungsreiches Musical, auf dem auch seine ehemalige Band The Who zu hören ist.
IQ: Are you sitting comfortably. Geniale Neo-Prog-Band.
Anderson Bruford Wakeman and Howe. Vier Yes-Mitglieder machen zusammen unter ihren eigenen Namen (klasse) Musik.
Trevor Rabin: Can't look away. Und noch ein Yes-Mitglied.
Latin Quarter: Swimming against the stream. Drittes Album der Polit-Pop-Band.
The Outfield: Voices of Babylon
Saga: The beginner's guide to throwing shades
The September When: Selbstbetiteltes Debüt-Album. Aus Norwegen.
Henry Lee Summer: I've got everything.

Fazit: Wenn ich auf das Jahr 1989 zurückblicke, glaube ich, dass ich damals voller Hoffnung und Optimismus gewesen sein musste, was Pop und Rockmusik anging. Ich konnte ja nicht ahnen, dass Gary Moore nach „After the war“ kein weiteres Rock-Album mehr machen würde (sondern sich gänzlich dem Blues verschreiben sollte).
Doch gab es auch Anzeichen, dass es mit der Popmusik, wie ich sie kannte, bergab ging. Einige Acts hatten ihren Ruf schlimmer geschädigt, als ich es wahrhaben wollte. Da wäre zum einen David Hasselhoff und sein „Looking for freedom“. Gut gemeint, aber deswegen noch nicht gut. Viel schlimmer war dagegen der Milli-Vanilli-Betrug. Es sollte besser „Girl you know it's NOT true“ heißen.
Außerdem gab es noch Stock Aitken Waterman, die Interpreten wie Rick Astley (1987), Kylie Minogue (1988), Jason Donovan (1989) und Donna Summer (1989) mit Pop-Einheitsware versorgten. Dass dieser Bubblegum-Pop irgendwann wie eine Blase („Bubble“) platzen würde, war unvermeidbar.

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Der Literaturminister rät: Trauen Sie keinem Zitat, das Sie nicht selbst aus dem Zusammenhang gerissen haben.